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Lustdiebe

Man sagt, in der Liebe und im Krieg ist alles erlaubt. Für die Liebe gilt das so nicht, denn es gibt Dinge, die sind in der Liebe und beim Sex absolut tabu, es sei denn, man hat eh keine Lust. Die Liebestöter oder sogenannten Lustdiebe gilt es zu vermeiden, und davon gibt es etliche.

Eine angenehme Umgebung und ein schmeichelndes Licht sind immer eine runde Sache, wenn die Temperatur stimmt, sollte es wohl klappen. Fehler werden jedoch immer wieder gemacht bei der Musikauswahl. Weder ist Heavy Metal die geeignete Geräuschkulisse für ein intimes Beisammensein noch Schlager- oder Discomusik. Am angenehmsten wird eine sanfte Instrumentalmusik empfunden, die auf niedriger Lautstärke nur im Hintergrund zu hören ist. Man will sich ja nicht anschreien müssen, um verstanden zu werden, und anspruchsvolle Texte oder solche zum Mitsingen sind ebenfalls nicht zu empfehlen.

Die Sprache ist eine zweite Möglichkeit ganz schlimm ins Fettnäpfchen zu treten und den Partner aus dem Zimmer zu vertreiben. Macho-Sprüche gehören nicht hierher, die Hände hinter dem Kopf zu verschränken und zu sagen: „Baby, nun mach mal!“ zeugt von ebensolcher Gefühllosigkeit wie die darauf folgende Hand auf dem Kopf der Partnerin, sie weiß sicher selber, wo es langgeht, und muss nicht geführt werden wie ein Joystick.

Gerüche sind sehr wichtig. Sauberkeit ist ein oberstes Gebot, für eine ausgiebige Dusche ist doch bestimmt Zeit genug, denn wenn etwas richtig abtörnt, dann ein intensiver Schweißgeruch beim Ausziehen des T-Shirts oder ein penetrant nach Sport duftender Socken. Wenn man einige Duftkerzen aufstellt, (in sicherer Entfernung zum „Spielfeld“!) und darauf achtet, dass keine Essensreste oder ähnlich unappetitliche Sachen herumstehen, dann wird sich ein solcher Fauxpas sicherlich vermeiden lassen und man kann die Gegenwart des Partners, der Partnerin ganz unbeschwert genießen.

Ein weiterer Liebestöter kann Hektik sein. Wenn man lieber die nächste Folge „Sex in the City“ sehen möchte oder das anstehende Länderspiel, dann sollte man dies auch tun, aber nicht versuchen, schnell noch eine Liebesstunde einfügen zu wollen. So etwas reicht nur für einen Quickie zwischendurch, wenn man sich aber schon die Zeit nimmt, um einen schönen romantischen Abend und ein ausgedehntes Liebesspiel zu zweit zu genießen, dann bitte auch richtig und ohne Eile und ohne einen anstehenden Termin, welcher Art auch immer. Hektik und Eile ist ein absolutes No-Go und muss vermieden werden.

Von Frauen auch gar nicht gerne gesehen werden lange Fingernägel beim Partner, das ist eine Domäne, die weiblich bleiben sollte, bitte kurze, saubere Fingernägel beim Liebesspiel und die Partnerin wird es dankbar annehmen. Unrasierte Wangen können sicherlich erotisch knistern und durchaus willkommen sein, die weibliche Scham und die Achselhöhlen aber, die den Rasierer das letzte Mal vor etlichen Tagen gesehen haben, sind weder erotisch noch sonst irgendwie ansprechend, dasselbe gilt für die Beine, man(n) möchte beim sanften Streicheln, ob mit Händen oder Zunge, nicht an diversen Stoppeln hängen bleiben.

Befolgt man diese einfachen Ratschläge, dann steht einem lustvollen und befriedigenden Sex nichts mehr im Weg.