Vardenafil (Levitra®)
Neben den bekannten Potenzmittel "Viagra" gibt es noch Alternativen. "Levitra" Vardenafil wird beispielsweise von vielen Patienten als sehr Nebenwirkungsarm und gut verträglich beschrieben. Zudem soll Levitra schneller als Viagra wirken. Diese Merkmale zeichenn Levitra als würdige Alterantive neben der bekanntesten blauen Pille aus. Doch was ist Vardenafil eigentlich?
Der oral wirksame Arzneistoff Vardenafil wird in der Behandlung von Erektionsstörungen beim Mann eingesetzt. Vardenafil ist allen EU-Ländern sowie in der Schweiz und in Liechtenstein verschreibungspflichtig.
Die Wirkung von Vardenafil
Die männliche Erektion wird von den zwei körpereigenen Substanzen cyclisches Guanosinmonophosphat (cGMP) und Phosphodiesterase Typ 5 (PDE-5) gesteuert. Dabei führt die erste Substanz die Erektion herbei; die zweite Substanz lässt sie wieder abklingen. Eine Störung des Gleichgewichts dieser beiden Substanzen führt dazu, dass die Erektion ganz ausbleibt oder vorzeitig nachlässt.
Vardenafil hemmt PDE-5. Die Konzentration des cGMP steigt folglich, was zu einer Erektion führt, die lange genug anhält (d.h. für die gesamte Dauer der sexuellen Aktivität). Die Wirkung von Vardenafil kann bis zu 12 Stunden anhalten.
Klinische Studien
Laut einer Studie (Valiquette et al. [2005]) erreichten die behandelten Männer mit Vardenafil eine Erektion. Bei 87% der Männer reichte diese für den Geschlechtsverkehr aus; bei 83 % führte sie zum Orgasmus. In einer Studie von von Montorsi et al. (2004) wird der schnelle Wirkeintritt von Vardenafil nachgewiesen (in diesem Versuch konnte bei einigen Männern schon 10 Minuten nach Einnahme einer 10mg-Dosis Vardenafil eine Erektion ausgelöst werden, wenn diese Männer sexuell erregt wurden). In den Forschungsergebnissen der MALES-Studie Rosen et al. (2004) wird bestätigt, dass die schnelle Wirkung für Männer wichtiger ist als die lange Wirkdauer des Medikaments.
Risiken und Nebenwirkungen von Vardenafil
Eine Einnahme von Vardenafil mit NO-Donatoren (z.B. mit den Szene-Drogen Poppers) bzw. nitrathaltigen Arzneistoffen ist kontraindiziert. Durch die kombinierte Wirkung auf den Blutdruck kann es zu einem akut lebensbedrohlichen Blutdruckabfall kommen. Auch die Kombination mit oralen Konazolen oder starken CYP-3A4-Inhibitoren (z.B. mit HIV-Protease-Inhibitoren) ist kontraindiziert. Auf eine gleichzeitige Einnahme von Alphablockern (mit der Ausnahme von Tamsulosin) sollte verzichtet werden.
Patienten mit koronarer Herzkrankheit sollten auf die Einnahme von Vardenafil verzichten, da der Kreislauf durch sexuelle Aktivität stark beansprucht werden kann.
Grapefruitsaft kann die Wirkung von Vardenafil beeinflussen. Schwer verdauliche oder extrem fettreiche Mahlzeiten können die Wirkung von Vardenafil verzögern.
In klinischen Studien wurde die gute Verträglichkeit von Vardenafil nachgewiesen. Festgestellte Nebenwirkungen (am häufigsten kamen Kopfschmerzen, Gesichtsrötungen und Nasenschleimhautentzündungen vor) waren leicht bis mittel intensiv und nur von kurzer Dauer.
Erstattung von Medikamentenkosten
Die Krankenkassen übernehmen die Medikamentenkosten von Vardenafil üblicherweise nicht.
Seit dem 1. Januar 2004 sind in Deutschland laut Sozialgesetzbuch Arzneimittel, bei deren Anwendung eine Lebensqualitätserhöhung im Vordergrund steht, von der Bezahlung durch die Krankenkassen ausgeschlossen (§ 34 Abs.1 SGB V Satz 7). Zu diesen Arzneimitteln zählen auch Mittel zur Behandlung von erektiler Dysfunktion. Ausnahmeregelungen gibt es nicht.